Schwester Sonne, Bruder Mond
Ob wohl in 800 Jahren noch jemand von Elon Musk, Sam Altman oder Mark Zuckerberg reden wird? Superreiche Männer, die die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten und unsterblich werden wollen? Und sollte das nicht klappen, gibt es ja immer noch die Möglichkeit auf den Mars zu fliehen?
Eine ganz andere Karriere machte Franz von Assisi. Vor 800 Jahren, am 3. Oktober 1226 ist er gestorben. Er, der Sohn eines Tuchhändlers, reich, beliebt, unbeschwert, begehrt, wollte auch ein Held sein. Zog stolz in den Krieg. Kam in Gefangenschaft und irgendwann überkamen ihn Zweifel.
Der Krieg, das Leid, die Aussätzigen, die Armen und er, der einfach alles und zu viel davon hatte – sollte das das wahre Leben sein?
Franz ändert sein leben radikal. Es wird erzählt, dass er die Gewänder aus Samt und Seide wegwirft, nackt vor seinem Vater steht und den Vögeln predigt. Er lobt Sonne und Mond und die ganze Schöpfung und teilt sein Leben mit den Armen. Er ist fest davon überzeugt, dass Gott die Welt für alle(!) geschaffen hat und wir mit und von der Natur leben.
Und so ist Franz von Assisi auch nach 800 Jahren noch brandaktuell.
Denn auch wenn es manche nicht glauben wollen oder können: Wir leben in, von und mit der Natur, sind selber Schöpfung. Und stimmen hoffentlich in Franz’ Sonnengesang ein, danken und loben das Leben in all seiner Schönheit, seiner Rätselhaftigkeit und Tiefe.
Pastorin Elke Hoffmann
