KirchengemeindeSegeberg

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Hans-Joachim und Ute Ernst Stiftung:

Frau Ute Ernst hat eine Stiftung gegründet, um Menschen in Not, die Jugendarbeit und die Kirchenmusik zu unterstützen. Die Hilfe wird der Gemeinde um Sankt Marien zu Segeberg zugute kommen.

Interview mit Ute Ernst

Frau Ernst, wussten Sie, dass Sie eine Stifterin werden?

Vor 20 Jahren habe ich nicht daran gedacht, da waren andere Dinge wichtig. Es war ein Gefühl, das von innen heraus gewachsen ist. Meine Familie und ich haben im Leben viel Gutes empfangen. Ich bin gesund, lebe im Frieden und habe mehr als ich brauche. Dafür bin ich dankbar und möchte etwas davon weitergeben.

Als Stiftung ...

Nein, diesen Gedanken musste ich mir erst aneignen. Ich habe mein Leben lang gerne gespendet. Es gibt viele Menschen, die unsere tätige Mithilfe verdient haben. Aber mir fehlte etwas. Ich bin nicht hier geboren, und doch ist dieser Ort seit 1945 meine Heimat, in der ich tief verwurzelt bin. Der Ihlsee mit seiner Schönheit, die Marienkirche, in der ich getauft und konfirmiert wurde. Es gibt hier so viele Menschen, die mir etwas bedeuten, und so viele, die ich nicht kenne und die Hilfe bitter nötig haben. Ich habe mit Menschen darüber geredet. Henning Steinberg, der ehemalige Diakoniepastor, hat zugehört und mich verstanden.

Er hat Ihnen vorgeschlagen, etwas zu stiften?

In einem Gespräch war dieser Gedanke auf einmal da. Ich wusste, dass es richtig ist, diesen Schritt zu gehen. Ulrike Hillmann war damals Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Wir trafen uns bei der Gründung des Hospizvereins. Ich sprach sie an. Sie hörte zu, und gemeinsam fanden wir eine Form, wie das Gute, das ich empfangen habe, mitgeteilt werden kann und hoffentlich gute Früchte trägt. Es soll ja kein Denkmal sein. Es soll eine Bewegung anstoßen, dass unsere Mitmenschen tätige Liebe erfahren.

Wie geschieht das?

Das kann geschehen, indem der Stiftungsvorstand die richtigen Wege findet. Ein Geschenk kommt unverdient und unerwartet. Wenn es aber zur rechten Zeit kommt, dann kann es ein Leben ändern, eine Not lindern, eine dunkle Nacht aufhellen. Und das ist es, was ich mir wünsche. Gottes Gnade kommt nicht wie eine reiche Tante, die für alles gut ist. Gottes Gnade kommt und trägt Früchte, so habe ich das erlebt.

Der Stiftungszweck legt einen Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen, bei Menschen in Not, aber auch bei der Kirchenmusik...

Ich möchte, dass jungen Menschen und Menschen in Not geholfen werden kann. Musik ist Luxus. Aber mein Leben ist durch Kirchenmusik so sehr bereichert worden, dass ich auch sie gern unterstützen möchte. Angesichts der Not ist alles, was wir tun, klein. Eine Einzelne kann nicht so viel bewegen.

Deshalb wünsche ich mir, dass andere, denen es ähnlich gut geht wie mir und denen dieses auch bewusst ist, auch etwas abgeben mögen im Sinne der Stiftung. Wenn wir teilen, dann reicht es für alle. Wenn wir zusammen teilen, dann bleibt es nicht bei einem Tropfen, dann wird es ein Rinnsal, ein Bach, aus dem Gutes erwächst.

Die Fragen an Ute Ernst stellte Kristian Lüders für den Gemeindebrief Erntedank 2007

Wie funktioniert die Stiftung?

Die „Hans-Joachim und Ute Ernst Stiftung“ wird durch einen Stiftungsvorstand geleitet und verwaltet. Er sorgt für die nachhaltige Erfüllung des Stiftungszweckes, nämlich die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit, die Hilfe für Gemeindeglieder in Not sowie die Förderung der Kirchenmusik. Das Stiftungsvermögen ist bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft Kiel eingezahlt und wird dort sicher und ertragsoptimal verwaltet. Ausdrücklich vorgesehen und im Interesse der Stifterin erwünscht sind Zustiftungen, also die Aufstockung des Stiftungskapital um weitere Beträge. Jede und jeder von uns kann in der Stiftungsarbeit aktiv werden, als Stiftungsgründer, als Zustifter oder als Spender. Und möglichst viele Gemeindeglieder sollten dies tun, denn die Kirchengemeinde Segeberg benötigt diese Unterstützung, um ihre vielfältigen Aufgaben nachhaltig zu erfüllen.

Dr. Klaus C. Kossen

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